.: 10,5cm Kanone 18 und 18/40 :.
 

 
   
Eine 10,5-cm K 18 steht abgeschirmt in der Mitte einer verlassenen deutschen Feldstellung in der Westlichen Wüste. Im Hintergrund eines der bekannten „88er" Flak-Geschütze, was ein Anzeichen dafür ist, dass diese Stellung als eine Art Stützpunkt vorgesehen war.
 
 
Unter den Forderungen der Nachkriegszeit nach einem neuen deutschen Artilleriepark war auch die nach einer neuen Kanone großer Reichweite für den Einsatz durch andere Truppen als Feldartilleriebatterien. Dieses Projekt war eines der allerersten, das an die im Geheimen wirkende deutsche Rüstungsindustrie herangetragen wurde, und um 1926 hatten sowohl Krupp als auch Rheinmetall Musterkonstruktionen herausgebracht. 1930 waren beide fertig mit praktischen Prototypen.

Wie sich zeigte, konnten sich die deutschen Streitkräfte nicht einigen, welcher Konstruktion sie zustimmen sollten. Am Ende kam ein Kompromiss heraus, indem man das Rohr von Rheinmetall und die Lafette von Krupp akzeptierte. Die Krupp-Lafette sollte eine der am breitesten eingesetzten deutschen Artillerie-Lafetten werden, es war die gleiche Spreizlafette mit genieteten Holmen wie bei der 15-cm-sFH 18. Bei der Einführung 1933/1934 war die neue Kanone für eine gewisse Zeit unter der Bezeichnung 10,5-cm-K 18 die Standardwaffe der mittleren Artilleriebatterien.
 
   
Britische Infanteristen untersuchen eine 10,5cm K18. Man beachte die grösse dieser Kanone. Im Vordergrund befindet sich ein Hebebaum um die Holme für einen schnellen Horizontalschwenk zu bewegen.
 
 
Bald merkte man, dass mit der Wahl eines Kalibers von 10,5 cm für eine mittlere Kanone keine glückliche Entscheidung gefallen war. Die K18 zeigte vor allem in den ballistischen Leistungen erhebliche Defizite. Das Geschütz brachte mit seinem im Verhältnis zum hohen Geschützgewicht zu kleinen Kaliber (Gewicht der 10-cm-Granate 19 nur 15,14 kg) eine zu geringe Wirkung ins Ziel. Die Sache hatte noch einen anderen Haken. Als die K 18 in den Dienst gestellt wurde, war das zu einer Zeit, als die deutschen Streitkräfte erst teilweise mechanisiert werden sollten, so dass die Kanonen von Pferdegespannen gezogen werden mussten. Die Kanone war für Pferdezug einfach zu schwer, und deswegen mussten Rohr und Fahrwerk in zwei Lasten transportiert werden. Das war denn doch zu viel für eine 10,5-cm-Kanone. Später ermöglichte die Einführung von Halbkettenfahrzeugen den Transport des Geschützes als eine einzige Last, aber damals hatte die K 18 eine niedrige Priorität, was die Produktion betraf.
 
Um die K18 zu einer stärkeren Waffe zu machen riefen die deutschen Stabsplaner nach einer Kanone mit größerer Schussweite. Für eine Zunahme der Reichweite gab es keinen anderen Weg als das Rohr von der ursprünglichen Kaliberlänge L/52 auf L/60 zu verlängern. Prototypen dieses
verbesserten Modells waren 1941 fertig und erhielten die Bezeichnung 10,5-cm K 18/40, sie wurden aber nicht in den Truppendienst übernommen. Später änderte man abermals die Bezeichnung in schwere Kanone 10,5-cm sK 42. Es wurden nur sehr wenige produziert.

Besonders während der Russlandfeldzüge erkannte man die Nachteile der K18 und ihrer späteren Versionen, aber für sie blieb eine Rolle, wo ihr Gewicht und ihre Größe von relativ geringem Nachteil waren, nämlich die Küstenverteidigung. Es bestand große Nachfrage nach Waffen für den Atlantikwall, der damals noch im Bau war, und die Liefermöglichkeiten waren knapp. So wurde die K18 für diese nahezu ortsfeste Rolle bestimmt, Als Waffe bei der Küstenverteidigung hatte sie einen beträchtlichen Vorteil durch ihre große Schussweite von rund 21 km, auch wenn das Geschossgewicht mit 15,14kg relativ gering war. Um ihr beim Feuern auf Seeziele einen noch größeren Vorteil zu verschaffen, wurde eine neue Reihe von Munition eingeführt. Dazu gehörte auch eine Spezielle Granate für das setzen von Sichtzeichen auf See zum Zwecke des Zielens.
 
 
 
 
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