.: 15-cm Kanone 39 | 15-cm K39 :.
 

 
   
Die K 39 wurde aus logistischen Gründen zeitwellig für Ausbildungszwecke zurückgezogen. Einige wurden auf dem Atlantikwall als Kanone zur Küsternverteidigung in Stellung gebracht.
 
 
Die Kanone, denen die Deutschen die Bezeichnung 15-cm-kanone 39 (15-cm K 39) gaben, kam auf Umwegen zu ihnen. Sie wurde ursprünglich von der Firma Krupp in Essen für einen ihrer traditionellen Kunden, die Türkei, in den späten dreißiger Jahren konstruiert und gebaut. Die Kanone war als eine Doppelzweckwaffe, als Feldkanone und zur Küstenverteidigung, vorgesehen. Daher wurde eine Kombination benutzt aus Spreizlafette und etwas, was damals eine Neuerung war: eine transportable, drehbare Grundplatte auf der die Lafette aufgesetzt werden konnte um den Schwenkbereich von 360° zu gewährleisten. Dieses Merkmal war für eine Waffe zur Küstenverteidigung sehr nützlich. Zwei Exemplare aus der bestellten Serie waren 1939 ausgeliefert worden, als der Zweite Weltkrieg ausbrach, und es war damals nicht einfach, mehr Exemplare an die Türkei zu liefern. Angesichts des drohenden Krieges erkannte die Wehrmacht, dass sie möglichst viele neue Feldkanonen brauchte. So wurde die Konstruktion ohne Abänderung als die 15-cm-Kanone 39 in den Dienst der Deutschen gestellt und auf den Produktionslinien in Essen einzig und allein für die deutsche Wehrmacht produziert.

Diese fand sich plötzlich als Besitzer einer großen und nützlichen Kanone, die in drei Lasten transportiert werden musste, Rohr, Lafette und Drehscheiben-Plattform. Für die meisten Einsatzzwecke war diese Plattform eigentlich nicht nötig. Sie wurde nur dann benutzt, wenn die Kanone für die Küstenverteidigung in Stellung gebracht wurde. In diesem Fall waren an den Holmenden kleine Rollenwagen befestigt, die auf der als dritte Last mitzuführenden Drehscheiben-Plattform liefen, um einen Schwenkbereich von 360° zu ermöglichen. Im Normalfall wurde die geschlossene Spreizlafette auf die an Ort und Stelle verankerte drehbare Grundplatte gesetzt und die ganze Kanone konnte mit einer Handkurbelvorrichtung bewegt werden. Diese Plattform erregte die Aufmerksamkeit vieler Konstruktionsabteilungen einschließlich der amerikanischen. Letzteren diente sie als Grundlage für den „Kelly Mount", den sie mit den 155-mm-Kanonen M1 benutzten.
 
   
Eine 15-cm-K 39 liegt verlassen auf dem gefrorenen Steppenboden und ist Gegenstand des Interesses der westwärts marschierenden Rotarmisten.
 
 
Die K 39 konnte herkömmliche deutsche Munition abfeuern. Aber als sie in den Dienst gestellt wurde, gab es beträchtliche Vorräte an Munition, die für die türkische Armee und nach türkischen Spezifikationen gefertigt worden war. Dies erforderte ein Dreiladungssystem und umfasste eine 15-cm-Kanonengranate und eine 15-cm-Panzergranate (Marinefertigung), die ursprünglich von der türkischen Armee für den Einsatz gegen Kriegsschiffe vorgesehen war. All diese nicht standardmäßige Munition wurde nach und nach aufgebraucht, bis die Deutschen auf ihre normalen Munitionstypen umstellten.
 
Zu dieser Zeit war die K 39 nicht länger als eine der Standardwaffen der Wehrmacht in Gebrauch. Die volle Produktionsmenge für das Heer betrug nur etwa 40 Stück, und verständlicherweise hielt man diese Zahl für unpassend um logistischen Komfort treiben zu können. Deshalb wurde die K 39 für Ausbildungszwecke genutzt und später den Verteidigungslinien des Atlantikwalls zugeteilt, wo sie wieder ihren ursprünglichen Zweck erfüllte. Hier war es möglich, die Drehtische sorgfältig in Stellung zu bringen, damit die beste Wirkung erzielt werden konnte. So erhielten diese Kanonen die Gelegenheit ihre große Schussweite zu demonstrieren.
 
 
 
 
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Die Internetseite "www.waffensysteme39-45.info", ist Online seit dem: 01.02.2010