.: Serie Karl Gerät 040 / 041 :.
 

 
   
Die Haubitzen vom Typ Karl waren dafür bestimmt, die Festungen der Maginot-Linie zu zerstören, aber sie wurden stattdessen gegen die Festungswerke, besonders vor Brest-Utowsk und Sewastopol und später 1944 gegen Warschau, eingesetzt. Sie feuerten spezielle betonbrechende Geschosse ab, die erst dann detonierten, wenn sie In Ihre Ziele eingedrungen waren.
 
 
Die als Karl bezeichneten Waffen waren zur Bekämpfung von starken Panzerwehren (z. B. zum Zerstören der Festungswerke der Maginot-Linie) konzipiert worden. Sie wurden in den dreißiger Jahren gebaut im Ergebnis umfassender mathematischer und ballistischer Untersuchungen, die sich bis in die zwanziger Jahre zurückverfolgen lassen. Die Serie Karl muss als die größte Artilleriewaffe auf Vollketten-Selbstfahrlafette angesehen werden, die je gebaut wurde. Es gab zwei Versionen. Die eine war der 60-cm-Mörser Gerät 040, der ein 60-cm-Rohr trug, die andere ein 54-cm-Mörser Gerät 041, mit einem 54-cm-Rohr. Beide Waffen feuerten spezielle betondurchschlagende Geschosse ab.
   
Die massiven 60cm und 54cm-Mörser "Karl" waren regelrechte Festungsknacker und hatten nur eine begrenzte taktische Beweglichkeit. Sie mussten in Teile zerlegt, mittels spezieller Fahrzeuge zu Ihren Feuerstellungen transportiert und an Ort und Stelle zusammengebaut werden.
 
 
Die Schussweite des Gerätes 040 betrug 4,5 km und die des Gerätes 041 6,42 km. Sie konnten zwischen 2,5 und 3,5 meter Beton durchdringen, bevor sie detonierten und auf diese Weise die größte Wirkung erzielen. Diese Geschosse waren massive Wurfkörper. Die 60-cm-Granate wog etwa 2200 kg. obgleich auch eine leichtere Version zum Einsatz kam. Die 54-cm-Granate wog ca. 1580 kg. Beide Waffen vom "Typ Karl" waren schwergewichtige Kolosse. Obgleich sie rein technisch gesehen selbstfahrende Fahrzeuge darstellten, war ihre Beweglichkeit schon durch ihr Gewicht und ihren Umfang begrenzt, und die mit Ketten bestückten Trägerfahrzeuge waren nur für die kürzesten Entfernungen vorgesehen. Der Bahntransport erfolgte auf speziellen Waggons mit zwei fünfachsigen Drehgestellen. Für den Straßentransport über längere Strecken oder nicht ausreichend tragfähige Bauwerke wurde der Mörser in Fahrzeug, Lafette, Rohr, und Ladevorrichtung zerlegt und von Culemeier-Zugmaschinen transportiert. Die Montage und das Zerlegen erfolgten unter Benutzung von mobilen Kränen. Der ganze Vorgang war äußerst schwierig, aber die Waffen vom Typ Karl waren ja auch nicht für die schnelle Kriegführung vorgesehen. Sie wurden produziert,
um Festungen zu zerstören, und das bedeutete ein lange und sorgsam geplante Annäherung an die Feuerstellung, eine langsame Schussfolge (am besten war 1 Schuss in 10 Minuten) und ein ruhiger Rückzug nach der Einnahme der Festung.
 
   
Gerät 041. Eine Gruppe von drei 54cm Mörsern Karl. Gut zu erkennen ist der Munitionsschlepper zur rechten.
 
 
Die Karls kamen für die Überwindung der Maginot-Linie zu spät, die 1940 zusammen mit dem restlichen Frankreich fiel. Der erste wirkliche Einsatz in der vorgesehenen Rolle erfolgte 1942 bei der Belagerung von Sewastopol. Nach dem erfolgreichen Ausgang dieser Belagerung wurden mehr Karls beim Warschauer Aufstand 1944 benötigt. Dort wurden sie eingesetzt um die Erhebung der polnischen Heimatarmee gegen die deutsche Besatzungsmacht in der polnischen Hauptstadt niederzuschlagen.
 
   
Gerät 040. 60cm Karl-Gerät beim feuern in Warschau, August 1944.

 
 
Die sich 1944/1945 rasch verändernde Kriegslage gab den Karls keine Gelegenheit mehr, ihr Zerstörungsvermögen zu zeigen, und die meisten wurden in den letzten Etappen des Krieges von ihren eigenen Besatzungen zerstört. Nur einige wenige der speziellen Munitionsträger PzKpfw IV, die für den Transport der Geschosse für die Karls produziert wurden, überlebten und wurden von den alliierten Geheimdiensten eingehend untersucht. Es ist möglich, dass ein Exemplar des Karl als Museumsstück in die Sowjetunion gebracht wurde.
 
 
 
 
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