.: Maultier :.
 

 
   
Dieser Maultier war eine Notumnutzung eines Opel-Lastwagens in einen Halbketten-LKW für den Einsatz als Versorgungsfahrzeug für die vorderen Linien. Der schwere Wehrmachtsschlepper war für diese Rolle vorgesehen, konnte aber nicht in ausreichenden Stückzahlen produziert werden. Deshalb wurde der Maultier hergestellt.
 
 
Der erste Kriegswinter in der UdSSR (1941/42) zeigte der Wehrmacht, dass der größte Teil des Fahrzeugparks auf Rädern völlig ungeeignet war, mit den extremen Witterungsbedingungen zurecht zu kommen, die während des Wechsels zwischen Frost- und Tauwetter entstehen und die zu den gefürchteten Schlammperioden in Russland führten. Unter diesen Bedingungen waren es nur die Halbkettenfahrzeuge, die irgendwie vorankamen. Aber es war offensichtlich unwirtschaftlich die kostbaren Halbkettenfahrzeuge von ihren operativen Aufgaben zurückzuziehen, damit sie die alltäglichen Versorgungsaufgaben wahrnahmen. Daher wurde entschieden, Halbkettenfahrzeuge mit niedrigen Kosten zu produzieren. Dies geschah ganz einfach dadurch, dass man Lastwagen der Typen Magirus (3 t). Opel (3 t), Ford (3 t) und Mercedes (4,5t) aus den Produktionslinien herausnahm und ihre Hinterachsen entfernte. Anstelle der Hinterachse wurde ein Kettenlaufwerk eingebaut, das meistens aus den Laufrädern und Ketten des PzKpfw II gefertigt wurde. An sich war dies ein beträchtlicher wirtschaftlicher Vorteil, da der PzKpfw II damals aus der Produktion ging und dadurch die vorhandene Kapazität beibehalten werden konnte. So wurde die Umnutzung des Lastwagens ein noch kosteneffektiveres Vorhaben.
Die neuen Halbketten-Lastwagen erhielten den Namen Maultier. Am Ende benutzten die Umbauten hauptsächlich Lastwagen vom Typ Opel S/SSM. Im Dienst waren sie generell ein voller Erfolg, auch wenn ihnen etwas an der Gesamtbeweglichkeit der „eigentlichen" Halbkettenfahrzeuge fehlte. Es ist nicht überraschend, dass bei dem chronischen Fahrzeugmangel der Einsatz der Maultiere nicht nur auf die Ostfront beschränkt blieb, sondern das sie auch bei allen möglichen Transportaufgaben gebraucht wurden. 
   
Ein Maultier beim verladen seiner Fracht, in ein Flugzeug.
 
 
Nicht zufrieden mit einer guten Sache, sahen sich die Deutschen genötigt die Maultiere doch für einen ganz anderen Zweck einzusetzen. Die deutschen Nebelwerfer-(Raketen)-Batterien waren gegen Ende 1942 zu einem festen Bestandteil der Artillerie geworden, und es wurde entschieden, dass die Panzerformationen ihre eigenen Raketeneinheiten erhalten sollten. 
Zu jener Zeit benutzten die meisten Nebelwerfereinheiten geschleppte Werfer. Damit sie mit den Panzern Schritt halten konnten, war eine Selbstfahrversion erforderlich. Die Halbkettenfahrzeuge als Ausgangspunkt waren offensichtlich die richtige Wahl, da aber keines zugewiesen werden konnte, wurde das Maultier in diese Rolle gepresst. Motor, Führerhaus und Munitionskasten dieser Fahrzeuge waren voll gepanzert. Auf dem gepanzerten Fahrgestell wurde ein Salvengeschütz mit 2x5 Rohren untergebracht, der als 15cm Panzerwerfer 42 bekannt wurde. Dieser Werfer hatte einen Schwenkbereich von 270 ° und eine Richthöhe von 80° und feuerte die 10 Raketen in einer Salve ab.
Das Heer bestellte 3000 dieser Umbauten mit der Option, dass die Produktion eventuell auf den sWS umgestellt würde, wenn dessen Gesamtproduktionszahlen dies erlaubten, was allerdings nie eintrat (abgesehen von einer kleinen Serie von Prototypen). Der erste dieser Maultiere wurde 1943 eingesetzt und hatte eine dreiköpfige Besatzung. Die Raketen wurden im Werfer befördert mit Ladevorrichtungen längs jeder Seite im unteren Teil der Rumpfes. Ein Maschinengewehr wurde gewöhnlich mitgeführt. Einige dieser gepanzerten Maultiere wurden auch ohne die Werfer produziert und eingesetzt um Raketen für die Werferfahrzeuge
zu transportieren. Manche wurden von anderen Einheiten als den Nebelwerfer-Batterien als Munitionsversorgungsfahrzeuge für die Front eingesetzt, obwohl ihre Panzerung nur gegen die Geschosse aus kleinen Waffen und Granatsplitter sicher war.
 
 
 
 
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